Schach Praline Pos1

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Kann Weiß gewinnen ???

Mittwoch, 1. Juni 2011

Remis aus Liebe

 
 

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via Schach und Kultur von Frank Mayer am 29.05.11

Eduard Gufeld (* 1936 Kiev  + 2002 Los Angeles)

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Eduard Gufeld war immer ein ausgezeichneter Spieler, umrankt von vielen und besonders köstlichen Anekdoten.

Sehen wir uns doch einmal an, was er aus Liebe alles anstellen konnte.

Gehen wir zurück in das Jahr 1953, als Eduard Gufeld 17 Jahre alt war.

Wie wir wissen, beherrschen in diesem Alter die Hormone den Verstand.

Unser Teilnehmer war gefangen von der Schönheit einer Schachkollegin an einem anderen Brett:

Es handelte sich um das Moskauer Mädchen Bella (deren Verniedlichung auf russich "Bellocka" ist), ebenfalls 17 Jahre alt.

Nehmen wir einmal an, dass vorstehendes Mädchen Bellocka darstellt..

Also, beide sahen sich zum ersten Mal bei den sowjetischen Jugend-Mannschaftsmeisterschaften.

Eduard Gufeld konnte nicht seinen Blick von dieser hübschen Schachspielerin lassen. Sie tat so, als ob sie seine Annäherungsversuche nicht bemerken würde, was zur Folge hatte, dass sich Eduard als der unglücklichste Mensch der Welt fühlte.

Die Tage vergingen und das Turnier nahm seinen Verlauf bis zu der Partie, die den wichtigsten Bestandteil dieser Geschichte darstellt.

Während dieser Runde war Eduard Gufeld fast ausschliesslich auf "Bellocka" konzentriert, obwohl er noch die eigene Partie zu seinen Gunsten hätte entwickeln können.

Bei dem 29. Zug fand der geniale Ukrainer eine Kombination mit einem herrlichen Figurenopfer :

Jasidovsky 0'5     -     Gufeld 0'5

Jasidovsky : weiss        Gufeld: schwarz

URSS  1953

1. d4 / Sf6 2. c4 / g6 3. Sc3 / Lg7 4. e4 / d6 5. Sf3 / 0-0 6. Le2 / e5

7. 0-0 / Sc6

8. d5 / Se7 9. Se1 / Se8 10. Le3 / f5 11. f3 / f4 12. Lf2 / g5 13. b4 / Tf6

14. c5 / h5 15. h3 / Tg6 16. cxd6 / cxd6 17. Tc1 / g4 18. hxg4 / hxg4

19. fxg4 / Sf6 20. g5 / Txg5 21. Sf3 / Th5 22. Sd2 / Th7 23. Db3 / Sg6

24. a4 / Lf8 25. Sb5 / Lg4 26. Dd3 / f3 27. Lxf3 / Sf4 28. Db3 / De8

29. Tc7 / Th1+ 30. Kxh1 / Dh5+. Remis


Nach 29. Tc7:

Zum Nachspielen:


http://ajedrezdeataque.com/04%20Articulos/00%20Otros%20articulos/Visor/Jasidovsky-Gufeld.htm

Die Analyse "post-mortem" ergibt keinen Zweifel, denn Schwarz gewinnt wie folgt:

31.Lh4 Dxh4+ 32.Kg1 Lxf3 33.Txf3 Sg4 34.Txf4 und matt in 10 Zügen

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Der gesamte Saal versammelte sich um das Schachbrett, auf dem sich dieser herrliche Zug entwickelt hatte…..

Doch Bellocka rührte sich nicht und blieb unbeweglich vor ihrem Brett sitzen.

Eduard Gufeld stand auf, ging auf den Tisch  von Bellocka zu und sagte: "Komm' und sieh Dir diese Kombination an. Das Opfer, dass ich gebracht habe, habe ich für Dich gebracht."

Das Mädchen hob kurz den Kopf, richtete dann wieder ihren Blick auf die eigene Partie, war aber etwas nervös geworden und machte deshalb wohl einen schlechten Zug, so dass sie ihre Dame einstellte.

Vollkommen verwirrt und verärgert floh sie aus dem Turniersaal mit dicken Tränen in den Augen.

Eduard Gufeld sah ein, dass alles seine Schuld war und kehrte schnell wieder an seinen Tisch zurück; obwohl er eine gewinnbringende Stellung hatte, bot er seinem Gegner remis an, welches dieser ohne Zögern sofort annahm.

Eduard Gufeld beeilte sich, den Saal zu verlassen, um Bellocka zu trösten.

Doch sie wollte nicht getröstet werden und zeigte das Vorkommnis der Turnierleitung an, wobei dann die Entscheidung getroffen wurde, dass Eduard Gufeld sich während des laufenden Turnieres nicht mehr der russichen Frauenmannschaft nähern durfte.

Die Tatsache ist, dass Eduard Gufeld nur einmal in seinem Leben Bellocka anlässlich dieses Mannschaftsturnieres zwischen Russland und der Ukraine sah, aber danach nie mehr.

Die Liebe lässt den Verstand erblinden und die Intelligenz vernebeln!

Aber, wer hat nicht mit 17 Jahren schon einmal eine ähnliche Geschichte erlebt?

 

gemalt von Elke Rehder

Quelle: Javier Cordero Fernández

Sitges (Barcelona) im Mai 2011


 
 

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