Schach Praline Pos1

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Sonntag, 1. Mai 2011

Ein Besuch im MARSHALL CHESS CLUB

 
 

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via Schach und Kultur von Frank Mayer am 24.06.10

New York

Zugang zum Marshall Chess Club

Der Marshall Chess Club ist der einzige Schachclub, der noch in Manhattan, New York besteht.
Der Manhattan Chess Club wurde zu grossem Bedauern aller Schachfreunde im Jahre 2002 geschlossen.

Dieser nun weltbekannte Marshall Chess Club befindet sich in einem sehr guten Wohngebiet mit vielen Grünzonen.
Nicht weit davon liegt der viel besuchte öffentliche Platz "Washington Square", wo auch im Freien an Tischen Schach gespielt wird.
Die genaue Anschrift ist:
23, West 10th Street, New York, NY 10011 – Tel. (212) 447-3716
und im Internet zu finden unter: www. Marshallchessclub.org.

Das wunderbare alte Gebäude im New Yorker Stil wurde von seinem Gründer, dem Grossmeister Frank Marshall

erworben und als Wohnhaus benutzt. Im Jahre 1915 gründete er dort den Marshall Chess Club. Nach seinem Ableben übernahm seine Witwe Caroline die Leitung und schliesslich überliess sie den Club als Vermächtnis an alle schachbegeisterten Anhänger.

Der Raum im 1. Stock mit der MARSHALL-Büste am Kopfende

auf der rechten Wand Fotos und Bilder der alten Meister

Seine Büste beherrscht am Kopf des grossen Spielsaales
"das ganze Geschehen".

Im Hintergrund die Dame, die mir hilft "in Sachen Schach"

Der Club hat im Erdgeschoss, einschliesslich eines kleinen Gartens im hinteren Bereich, einen grossen Spielsaal, wo die Turniere stattfinden.

Kommt man nun über eine alte hölzerne Teppe gemäss vorstehendem Foto in den ersten Stock, ist sofort die Atmosphäre des goldenen Zeitalters des Schachs zu spüren.

Zahlreiche alte Fotos berühmter Spieler von Lasker über Capablanca zu Fischer zieren die Räumlichkeiten mit den Schachtischen aus Edelholz, die von einem angenehmen Licht überflutet werden.

Frank James Marshall wurde am 10. August 1877 in New York City geboren. Im Jahre 1895 zog seine Familie nach Montreal, wo er sofort Mitglied des Schachclubs der Stadt wurde und schon bereits im ersten Jahr das Clubturnier gewann.
Kurz darauf kehrte seine Familie jedoch wieder nach New York zurück.
Schnell wurde er ein bekannter Spieler ersten Ranges in den Schachclubs von Manhattan und
Brooklyn.

1897 gewann er die Jugendmeisterschaft von New York und 1899 das Clubturnier von Brooklyn.
Im darauffolgenden Jahr stellte er sich erstmals der Weltelite.
In dem in Paris abgehaltenen Turnier schlug er Lasker und den besten amerikanischen Spieler Pillsbury und belegte den geteilten 3. und 4. Platz mit Maróczy.

Doch sein grösster Erfolg war 1904 der erste Platz anlässlich des Turnieres in Cambridge Springs, bei dem er 13 von 15 möglichen
Punkten erspielte, wobei er Lasker und Janowski mit 2 Punkten Abstand hinter sich liess.

Das entsprechende Familienfoto:

Courtesy Arqto. Roberto Pagura, Buenos Aires

Nach jenem grossartigen Erfolg forderte er Lasker zu einem match auf, aber die finanziellen Forderungen Laskers waren so hoch, dass er sie nicht erfüllen konnte.
Anstelle dessen, begnügte er sich mit einem Duell gegen Janowski.

Im Jahre 1905 gewann dann Marshall in Paris klar gegen Janowski mit dem Ergebnis von 10:7.
Allerdings verlor er in Nürnberg ziemlich hoch gegen Dr. Tarrasch mit 5:12.

Mit Hilfe eines amerikanischen Mäzenes gelang es Marshall nun doch im Jahre 1907 den amtierenden Weltmeister Dr. Lasker herauszufordern mit einem Preisgeld von $ 1.000.–.

Trotz aller Anstrengungen, konnte Marshall gegen den Weltmeister Lasker nichts erreichen und verlor schliesslich mit
3 : 11,5 Punkten (ohne eine Partie zu gewinnen), wobei zu bemerken ist, dass das WM-match in 6 verschiedenen Städten der USA abgehalten wurde.

Allerdings hatte er mit der amerikanischen Olympia-Mannschaft mehr Erfolg und konnte bei den Teilnahmen von 1931, 1933, 1935 und 1937 am 2. Brett spielend jeweils die Goldmedaille erringen.

Ausserdem hat Frank James Marshall seinen Platz in der Schachgeschichte verewigt mit der Erfindung und nach im benannten Marshall-Gambites, das heute noch jeglichen Kritiken standhält und öfters in der Spielpraxis angewendet wird.

Frank Marshall gehörte zu der wunderbaren Rasse der
"ewigen Romantiker auf dem Schachbrett".
Er pflegte seinen unternehmerischen Spielstil, manchmal ein bisschen gewagt; aber selbst in verlorenen Stellungen war immer noch mit seinen "tactical swindles" zu rechnen.

Nun noch einige abgebildete Kostbarkeiten aus den Räumen des Clubs wie folgt:

Der Tisch, an dem Capablanca spielte

Die Tafel der Clubmeister

Hier fanden wir die berühmten Namen wie

Reuben Fine (1932-1934), 1940-1941)
Frank Marshall (1937-1938)
Larry Evans (1948-1950)
Andrew Soltis (1967, 1969-1971, 1974, 1977, 1979, 1985, 1988)
Roman Dzindzichashvili (1991)
Maurice Ashley (1939)
Joshua Waitzkin (1995-1996)
Jaan Ehlvest (2003-2004)
Zviad Izoria (2008)
usw.

Ein an der "Wand der Meister" aufgehängtes Bild

Weltmeisterschaft 1935 Alexander Aljechin vs. Dr. Max Euwe

Capablanca gibt eine Simultanvorstellung im
Marshall Club im Jahre 1925

courtesy Arqto. Roberto Pagura, Buenos Aires

Der geniale mexikanische Spieler Carlos Torre wurde im Jahre 1925 Mitglied des Clubs, als er dort an einem Turnier teilnahm.

Nach einer längeren Spielpause nahm Capablanca 1934 erstmals wieder an einem Blitzturnier gegen neun Spieler im
Marshall Chess Club teil, das er mit 9:0 gewann.

Im Jahre 2004 wurde der Marshall Chess Club als Schachclub des Jahres in den USA ausgezeichnet:

Eine besondere Freude ist für den Club, dass sich öfters
Gata Kamsky und Hikaru Nakamura sehen lassen und an internen Turnieren teilnehmen.

Wir dankten für die freundliche Aufnahme und historischen Erklärungen, die uns gegeben wurden. Natürlich versprachen wir, bei einer nächsten Gelegenheit wieder zu kommen.

Nun noch abschliessend einer der wunderbarsten Partien, die
Frank James Marshall im Jahre 1912 anlässlich des DSB -
18. Kongresses gegen Stepan Levitsky in Breslau gespielt hat.
Die Brillanz liegt im Abschluss mit dem 23. Zug…..Dg3, wobei er seine Dame auf ein Feld setzt, das 3 x überdeckt ist und auf diese Weise den Gegner vor die Wahl stellt: entweder matt oder starker Materialverlust. Die Folge davon war, dass der Gegner sofort aufgab.

Die anwesenden Zuschauer und Spieler warfen als Bewunderung für diesen sicher eines der schönsten Züge in der Schachgeschichte Geldmünzen auf das Schachbrett.
Eine wohl einmalige Geste….

Hier die Partie zum Nachspielen

Die Schlusstellung:

Levitsky, Stepan M – Marshall, Frank James

DSB – 18. Kongress Breslau 1912

23……Dg3 !!!!!!!

Ein uneingeschränktes BRAVO!

Quelle: Marshall Chess Club, Manhattan (NY)

Sitges (Barcelona), im Juni 2010


 
 

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